alter Titel

ehemals Württembergischer Verein zur Förderung der humanistischen Bildung e.V.

Bildungspläne & Sternchenthemen

Latein:


Bildungsplan Baden-Württemberg von 2004
(aktuell gültig für ABITUR Latein 2016):

ARBEITSBEREICHE 1–3: WORTSCHATZ – SATZLEHRE – FORMENLEHRE
Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage gesicherte Kenntnisse in den Bereichen Wortschatz, Satzlehre und Formenlehre bei der Arbeit am Text einzusetzen; morphologische, syntaktische und semantische Spracherscheinungen zu analysieren und die metasprachliche Terminologie korrekt zu verwenden; an ausgewählten Beispielen den Zusammenhang von Morphologie, Syntax und Semantik zu erklären; Grundelemente der Wortbildungslehre beim Erschließen von Wörtern anzuwenden; bei einer vergleichenden Sprachanalyse von Latein, modernen Fremdsprachen und Deutsch eine generelle Sprachkompetenz zu zeigen; selbstständig mit einer Grammatik, einem Wörterbuch und einem Kommentar zu arbeiten.

Inhalte
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über einen Grundwortschatz – einschließlich eines Kulturwortschatzes – von ca. 1800 Wörtern (Leicht ableitbare Wörter sind nicht mitgerechnet.)
Sie kennen das Bedeutungsspektrum zentraler lateinischer Begriffe (auctoritas, dignitas, fides, gloria, pietas, virtus et cetera) und haben Einblick in die grundlegende Bedeutung der lateinischen Sprache für die Entwicklung der europäischen Nationalsprachen und die internationale Wissenschaftssprache.


ARBEITSBEREICH 4: LITERATUR
Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage in der Begegnung mit lateinischer Literatur sich mit allgemeingültigen Fragen und sowohl zeitgebundenen wie überzeitlichen Antworten auseinander zu setzen und diese Antworten und Denkmodelle in Fragestellungen der Gegenwart und Zukunft mit einzubeziehen; verschiedene Kategorien von Textarbeit selbstständig anzuwenden, um damit Grundlagen für wissenschaftliches Arbeiten zu erwerben; ausgewählte Rezeptionsdokumente (je nach Lektüre – zum Beispiel Ovidrezeption in Literatur und Bildender Kunst) zu benennen und wesentliche Textsorten (zum Beispiel Abhandlung, Dialog, Brief, Rede, Epos, Elegie, Carmen lyricum, Epigramm) zu bestimmen; wesentliche Stilmittel zu benennen und den Zusammenhang von Inhalt und Form (sprachliche Gestaltung und Metrik) zu beschreiben; mithilfe unterschiedlicher Medien Texte zu erschließen und ihre Arbeitsergebnisse zu visualisieren und zu präsentieren; mit den behandelten Texten produktiv umzugehen (Umsetzung eines Textes in andere Darstellungsformen).

Inhalte
• Methoden der Textarbeit (je nach Lektüre)
• Erschließen (Wortgrammatik, Satzgrammatik, Textgrammatik)
• Interpretieren nach textimmanenten und textexternen Kategorien
• eigenständiges, adäquates und zielsprachenorientiertes Übersetzen eines lateinischen Originaltextes
• Exzerpieren, Reduzieren, Paraphrasieren, Ordnen, Strukturieren, Zusammenfassen
• Benutzen von Übersetzungen
• Vergleichen und Stellung Nehmen (zum Beispiel Original und Übersetzung(en), Original und seine literarische und künstlerische Rezeption, Parallel- und Kontrasttexte, (verschiedene) Interpretationsansätze)

Textgrundlage:
Durch die Lektüre von ausgewählten Originaltexten (Autoren oder Sachthemen) kennen die Schülerinnen und Schüler wesentliche Inhalte aus den folgenden Bereichen und verfügen über literaturgeschichtliche Kenntnisse je eines Autors aus diesen Bereichen
• philosophische Texte (zum Beispiel Cicero, Seneca)
• politisch-historische Texte (zum Beispiel Cicero, Livius, Sallust, Tacitus)
• poetische Texte (zum Beispiel Catull, Horaz, Ovid, Vergil)


ARBEITSBEREICH 5: ANTIKE KULTUR
Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage zu vergleichender Analyse von antiken Kunstwerken; antiker Kunst und ihrer Rezeption; Literatur und Kunst von der Antike bis zur Moderne; politisch-gesellschaftlichen Institutionen und deren Fortwirken; philosophischen Grundgedanken und ihrer Weiterentwicklung. Sie sind in der Lage Medien und Hilfsmitteln zu benutzen, zu referieren und Arbeitsergebnisse zu präsentieren; sich an der Planung und Durchführung von Museumsbesuchen, Exkursionen und Studienfahrten zu beteiligen.
Inhalte
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über vertiefte Kenntnisse der antiken Kultur und deren Bedeutung für die geistesgeschichtliche und kulturelle Entwicklung Europas.
• Staat und Gesellschaft (Senat, Magistrat, Volksversammlung, Stände; römische Politiker: zum Beispiel Cicero, Caesar, Augustus)
• privates und öffentliches Leben (zum Beispiel familia, Freizeitgestaltung)
• antike Philosophie
• Religion und Mythologie (Götter und Kulte)
• Kunst und Politik (Repräsentationskunst und -architektur)


Schwerpunktthemenerlass Abiturprüfung 2016 im Fach Latein:

4.1 Schriftliche Abiturprüfung
4.1.1 Allgemeine Hinweise
Bearbeitungszeit: 300 Minuten
Davon entfallen:
a) auf die Übersetzungsaufgabe 150 Minuten
b) auf die Interpretationsaufgabe 150 Minuten
Zwischen der Übersetzungs- und Interpretationsaufgabe
liegt eine Pause von 30 Minuten, die nicht auf die Bearbeitungszeit
angerechnet wird.
Hilfsmittel:
– Nachschlagewerke zur deutschen Rechtschreibung
– Wörterbuch (Langenscheidt/Pons/Stowasser) bei der
Übersetzungsaufgabe. Das Wörterbuch ist mit der Übersetzungsaufgabe
zusammen abzugeben.
4.2 Mündliche Abiturprüfung
siehe Ziffer II.
4.3 Auf die gültigen Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) unter http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/1980/1980_02_01-EPALatein.
pdf wird verwiesen.



4.1.2 Schwerpunktthemen
a) Übersetzung: Seneca, Philosophische Schriften
b) Interpretation: Ovid, Liebesdichtung (Amores, Heroides)
4.1.3 Die Interpretationsaufgabe besteht aus Aufgaben zu einem Text, dem eine Übersetzung beigegeben ist, und aus Aufgaben zur Thematik des Schwerpunktthemas allgemein. Die Aufgaben berücksichtigen vor allem folgende Gesichtspunkte:



– Thematik und Grundgedanken des Textes (der Texte);
– Aufbau der Darstellung bzw. der Argumentation;
– Intention(en) des Autors;
– Funktion der Sprach- und Darstellungsmittel;
– grammatische Erscheinungen;
– Bewertung verschiedener Übersetzungen.

Zusätzlich können vorgelegt werden:
– Sachfragen im Zusammenhang mit dem Schwerpunktthema;
– Parallel- und Kontrasttexte aus der Antike (gegebenenfalls nur in Übersetzung);
– mittelalterliche und moderne Texte;
– Werke der Bildenden Kunst;
– wissenschaftliche Texte.

Außerdem können Aufgaben vorgelegt werden, die eine persönliche Stellungnahme und/oder einen eigenständigen Umgang mit dem Text (den Texten) erfordern (zum Beispiel Fortsetzung eines Textes, Antwort auf einen Text, Rekonstruktion eines vorangegangenen Textes, Transformation eines Textes in eine andere Darstellungsform). Sind im Zusammenhang mit der Interpretationsaufgabe einzelne Aufgaben zur Wahl gestellt, wählt die Schülerin, der Schüler nach den in der Prüfungsaufgabe angeführten Bedingungen aus. Solche Wahlmöglichkeiten sind vor allem für den Bereich neuer Aufgabenformen (zum Beispiel eigenständiger Umgang mit dem Text; Bearbeitung von Rezeptionsdokumenten) vorgesehen.
Die Notenpunkte werden aus der Übersetzungsaufgabe und der Interpretationsaufgabe im Verhältnis 1 : 1 errechnet.

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